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7 alternative Marketing-Plattformen, die nicht Google und Facebook sind. Oder warum ein Blick über den Tellerrand häufig bares Geld wert ist!

7 alternative Marketing-Plattformen, die nicht Google und Facebook sind. Oder warum ein Blick über den Tellerrand häufig bares Geld wert ist!
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Google und Facebook dominieren den Großteil des Online Advertising Marktes. Deswegen denken viele direkt an diese beiden Plattformen, wenn Sie von Online Marketing sprechen. Dass man über die verbreitetste Suchmaschine und das größte soziale Netzwerk eine gigantische Zahl von Menschen erreichen kann, ist offensichtlich. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch, dass der Konkurrenzkampf auf diesen Plattformen immens ist und es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen immer schwerer wird, herauszustechen. Deshalb zeigen wir Ihnen im folgenden 7 Beispiele für alternative Plattformen, auf denen nicht nur der Konkurrenzkampf geringer ist, sondern auch häufig relevantere Zielgruppen und größere Umsatzpotentiale vorzufinden sind.

Überfischte Gewässer sind schlecht für die Rentabilität. Wählen Sie Ihre Plattform weise!

Der Blick über den Tellerrand

Wenn wir von Plattformen sprechen, meinen wir häufig Websiten, die von einer großen Zahl an Personen regelmäßig mit klaren Intentionen besucht werden. Dies können klassische Suchmaschinen, wie Google, Bing (übrigens die Standard-Suchmaschine in Amazon Alexa / Echo) oder DuckDuckGo, aber auch themenspezifische Suchmaschinen wie Amazon (Produkte), yelp (Restaurants, Geschäfte) und Booking.com (Hotels) sein. Meistens befinden wir uns im Internet auf der Suche nach etwas: Informationen, Dienstleistungen, Produkte. Hinzu kommen die Kommunikationsplattformen, sozialen Netzwerke und Messenger. Hier sind wir nicht direkt auf der Suche (außer vielleicht nach Aufmerksamkeit), aber interaktionsfreudig und transparent.

Welche alternative Plattform für Sie die richtige ist, kommt ganz auf Ihre Zielgruppe, das Geschäftsmodell und die Strategie an. Alleine in Deutschland gibt es tausende Suchmaschinen, Communities und Plattformen, die Marketing-Potentiale bieten. Deshalb haben wir im folgenden 7 repräsentative Beispiele zusammengetragen, auf denen es für unterschiedliche Firmen günstiger, effektiver und leichter sein kann, Marketingerfolge zu erzielen.

7 alternative Plattformen

1. Lokale Suchmaschinen

Ein Beispiel: Sie sind ein Zahnarzt, der sich auf ästhetische Zahnmedizin spezialisiert hat. Da Sie Ihre Praxis erst vor kurzem eröffnet haben, überlegen Sie in Zusammenarbeit mit einer Agentur lokale Anzeigen bei Google zu schalten. Im Vorgespräch eröffnet die Agentur Ihnen, dass es bis zu 2,55 € pro Klick kosten wird, um kompetitive Anzeigenpositionen zu erreichen. Wenn jeder zwanzigste Website-Besucher mit Ihnen Kontakt aufnimmt, würden Sie also durchschnittlich 50 € alleine dafür bezahlen, dass jemand bei Ihnen anruft oder Ihnen eine E-Mail schreibt. Dazu kommen die Agenturkosten, Conversion Rate Optimierung und vieles mehr.

Suchergebnisse auf jameda

Suchergebnisse auf jameda: Vollständige Profile erscheinen vorne

Warum so aufwendig, wenn es auch einfach geht: Die größte Suchmaschine für Ärzte in Deutschland ist nicht Google, sondern Jameda. Hier ist es viel einfacher oben zu erscheinen als beim Giganten aus Mountain View. Das Einzige, was Sie machen müssen ist, Ihr Profil möglichst vollständig auszufüllen, dieses regelmäßig zu aktualisieren (alleine dadurch sollten Sie schon vor 75 % Ihrer Mitbewerber erscheinen) und Ihre bestehenden Patienten dazu motivieren, Sie online zu bewerten. 

Tipp: Meistens reicht ein kleiner Anreiz (z.B. eine Zusatzleistung oder ein Gutschein) schon aus, um die Zahl Ihrer Bewertungen in die Höhe schnellen zu lassen. Denken Sie auch daran, dass Sie bei Google schon alleine für die Klicks Geld bezahlen.

Besitzen Sie hingegen eine Cocktailbar sind natürlich andere Plattformen interessant: Beanspruchen Sie auf jeden Fall Ihre Einträge bei Google und Apple Maps, sowie yelp und Foursquare. Gehören Touristen zu Ihrer Zielgruppe, sollten Sie außerdem bei TripAdvisor zu finden sein. In anderen Branchen gibt es weitere lokale Suchmaschinen. Finden Sie die Richtige für Ihr Geschäftsmodell.

2. Instagram, Pinterest und tumblr

Natürlich sind instagram, Pinterest und tumblr zuallererst riesige soziale Netzwerke. Instagram gehört sogar zu Facebook und wird über dieselben Werbeanzeigenmanager verwaltet. Trotzdem ist gerade der visuelle Aspekt dieser Plattformen besonders interessant, denn nicht wenige Menschen verwenden vor allem Instagram und Pinterest als Inspirationsquelle. Sollten Sie also Hochzeitszubehör verkaufen, als Innenarchitekt arbeiten oder ein hippes Restaurant führen, sind die Chancen hoch, dass Sie bei Instagram, Pinterest oder tumblr sehr viel näher an Ihren Zielgruppen sind, als auf vergleichbaren Netzwerken. Wenn Sie sich dazu noch etwas geschickt anstellen, mit den Plattformen vertraut sind und sogar eine Strategie haben (zum Beispiel die 1,80-Dollar-Strategie) ist das schon die halbe Miete.

Suchergebnisse zu Vitra auf pinterest

Beispiel pinterest: Plötzlich habe ich Lust einen Stuhl von Vitra zu kaufen...

3. Schnäppchenportale

Wussten Sie, dass die größte Shopping Community in Berlin sitzt und Pepper heißt? Vermutlich nicht, aber vielleicht kennen Sie ja mydealz - die deutsche Distribution von Pepper. Vordergründig als reines Schnäppchenportal hat mydealz fast 800.000 angemeldete Nutzer, die sich zu jedem Angebot, jedem Produkt aktiv austauschen. Dazu kommen über 3.000.000 Facebook Fans.

Wenn Sie in der Lage sind, den Preis Ihrer Produkte temporär aggressiv zu reduzieren, kann das gesteigerte Umsatzvolumen durch eine Platzierung auf einem Schnäppchenportal die reduzierte Marge schnell ausgleichen. Doch seien Sie vorsichtig: Sind Ihre Angebote nicht wirklich gut und leicht als Marketing zu enttarnen, können Sie im schlechtesten Fall die Wut der Community auf sich ziehen. Natürlich ist mydealz nicht das einzige interessante Schnäppchenportal, wohl aber das größte. Vor allem im Bereich Reisen finden sich weitere Anbieter, wie Urlaubspiraten und Travel-Dealz.

4. Streaming Plattformen

Für einige Branchen sind Google und Co. sogar fast komplett irrelevant. In der Musikindustrie heißt das neue Zauberwort zum Beispiel Playlist-Marketing. Seit dem Durchbruch von Streaming Plattformen wie Spotify und Apple Music können Newcomer mit ein bisschen Geschick (und Geld) viel einfacher Reichweite generieren, als durch klassische Möglichkeiten wie Radio Airplay und Promotouren.

Schafft man es nämlich in eine der großen Playlists zu erscheinen, landet man ganz automatisch in den Ohren der Hörer. Auf Spotify gibt es Playlisten mit über 10 Millionen Followern, zwar lassen die Besitzer dieser Playlists sich eine Platzierung in diesen gut bezahlen, doch kann man durch geschickte Segmentierung (Genre, Land, Thema) so nah an seinen potenziellen Fans sein, wie nie zuvor.

"lofi hiphop radio", eine der größten Radiostationen bei YouTube
Ähnlich verhält es sich mit YouTube, der größten Video-Suchmaschine der Welt: Streams wie lofi hip hop radio - beats to relax/study to haben mitunter größere Reichweite als traditionelle Radiosender. Das Potential für Videomarketing ist hier noch gar nicht mit einberechnet. 

5. Xing und LinkedIn

Xing und LinkedIn sind zwar, wie Facebook und Instagram, soziale Netzwerke, aber beide viel kleiner und deswegen bei weitem nicht so komplex. Deshalb sind Business-Netzwerke häufig im Bereich 'B2B Content Marketing' perfekte Seeding Plattformen. Hier ist der Schnitt der Zielgruppe von Anfang an relevanter und die Menge an Mitbewerbern viel geringer. Des Weiteren eignen sich Business-Netzwerke natürlich ideal für Recruiting (oder die Jobsuche) und zum Wissensaustausch.

Tipp: Wollen Sie mal ausprobieren, wie leicht man sein "Ranking" bei Xing beeinflussen kann? Suchen Sie doch mal von einem anderen Account aus nach Ihrer Jobbeschreibung innerhalb Ihrer Stadt. Wenn Ihr Profil weit hinten in den Suchergebnissen auftaucht, aktualisieren Sie Ihre Biografie, indem Sie eine kleine Änderung durchführen (das Ändern eines Satzzeichens reicht aus). Nun suchen Sie noch einmal. Der Ranking-Algorithmus von Xing ist bei weitem nicht so komplex, wie der von Google. Ihr Profil sollte durch diesen kleinen Trick schon eine bessere Position eingenommen haben. Deshalb kann man auf alternativen Plattformen mit ein wenig Mühe und Geschick häufig leichter Erfolge erzielen.

6. Shopping Portale

Shopping Portale haben zwei offensichtliche Nachteile: Zum Einen ist die Provision häufig sehr hoch, zum Anderen agieren Sie immer innerhalb einer fremden Brand, können Ihre eigene also nur schwer stärken. Trotzdem sind Amazon und Alibaba die größten Produkt-Suchmaschinen der Welt und Zalando der drittgrößte Online Shop in Deutschland. Viele Menschen starten Ihre Produktsuche direkt bei Amazon, ohne vorher bei Google zu recherchieren. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie diese potenziellen Umsätze links liegen lassen wollen.

Verkaufen Sie bei Amazon, Zalando, Alibaba oder ähnlichen Marktplätzen und machen sich Sorgen darüber, dass Ihre Marke nicht wahrgenommen wird? Setzen Sie doch da an, wo der Kundenkontakt noch vorhanden ist: Bei Support und Verpackung. Bieten Sie Ihren Kunden herausragende Supportleistungen, dies kann schon ein Grund sein, beim nächsten Mal direkt bei Ihnen zu bestellen. Versenden Sie außerdem kein anonymes Paket. Gebrandetes Paketband ist eine günstige Investition und zeigt Ihren Kunden, dass das Paket nicht von Amazon kommt, sondern von Ihnen.
Das Zalando Partner Programm

Wussten Sie, dass Zalando nicht alle Produkte selber verkauft, sondern über verschiedene Partner?  

7. Reiseplattformen

In der Reisebranche sind Aggregationsplattformen besonders verbreitet. Websites wie Booking.com, HRS und TripAdvisor versuchen das Angebot am Markt so vollständig wie möglich abzudecken und zu zentralisieren. Dabei gelten ähnliche Regeln wie auf Amazon und eBay: Sie müssen eine Provision bezahlen, um dort gelistet zu werden und Ihre Marke rückt hinter die der jeweiligen Plattform. Für einzelne Akteure sind Facebook und Google sogar 'alternativere' Plattformen als Booking.com und Expedia. Trotzdem gilt: Wenn Sie - die Provision mit eingerechnet - Flüge, Reisen und Hotels rentabler anbieten können als über Suchmaschinenmarketing, gibt es nicht viele Gründe diese Reichweite nicht zu nutzen. Natürlich ist es immer schöner direkt über die eigene Website zu verkaufen, um nicht abhängig von fremden Plattformen zu sein (doch auch Google ist eine fremde Plattform, die sich immer wieder ändert), aber solange Booking.com die größte Suchmaschine für Hotels und momondo die beste Suchmaschine für Flüge (persönliche Meinung des Autors) ist, werden Urlaubsplanende diesen nicht plötzlich abschwören. Sie sollten dabei auch beachten, dass Sie auf den Plattformen gegen Konkurrenten antreten, die Ihnen ähnlich sind. Abseits dieser Plattformen treten Sie direkt gegen die Plattformen selber an.

Tipp: Nutzen Sie die Tatsache, dass Reiseplattformen aufgrund Ihres Zweckes immer breit aufgestellt sein müssen. Wenn Sie es schaffen, durch geschickte Auswahl der Keywords, sauberes Targeting und effizientes Remarketing eine geeignete Nische zu finden, können Sie sogar auf Google und Facebook "unter dem Radar fliegen".

Fazit

Natürlich werden Facebook und Google auch in den kommenden Jahren die wichtigsten digitalen Marketing Plattformen bleiben. Nicht weniger sind unsere Erfolge als Agentur eng mit beiden Firmen verknüpft. Trotzdem sollte die Plattform-Frage ein essenzieller Aspekt jeder Marketing Strategie sein. Diese Frage sollte früh gestellt und im Laufe der Zeit immer wieder evaluiert werden. Denn nicht für jedes Geschäftsmodell sind Facebook und Google die richtigen Marketingkanäle und wenn Sie für Ihren Betrieb die perfekte Nische finden, sichern Sie sich zusätzliche Potenziale und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Ihrer Konkurrenz.

Haben wir offensichtliche Kandidaten in dieser Liste vergessen oder haben Sie Fragen zu unseren Beispielen? Wir freuen uns über Ihre Beiträge in den Kommentaren. 

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Rene Beineke
Ich hätte gerne einen Hund, eine Katze, eine Ziege, eine Landschildkröte und ein Flughörnchen, will aber gleichzeitig auch in der Stadt wohnen. Bis dieses Dilemma geklärt ist, konzentriere ich mich auf ausgeklügelte Online Marketing Strategien & die besten Potenziale für unsere Kunden.

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