7 der besten Online Marketing Plattformen in 2021 (und Alternativen zu Google und Facebook)

Google und Facebook (inkl. Instagram) machen einen Großteil des Online Advertising Marktes aus. Viele denken direkt an diese beiden Plattformen, wenn Sie von Online Marketing Kanälen sprechen. Dass man über die verbreitetste Suchmaschine und das größte soziale Netzwerk eine gigantische Zahl von Menschen erreichen kann, ist offensichtlich. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch, dass der Konkurrenzkampf auf diesen Plattformen immens ist und es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen immer schwerer wird, herauszustechen. Deshalb zeigen wir Ihnen im folgenden 7 Beispiele für alternative Plattformen, auf denen nicht nur der Konkurrenzkampf geringer ist, sondern auch häufig relevantere Zielgruppen und größere Umsatzpotentiale vorzufinden sind.

Autor: trafficdesign

· Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: ·

Online Marketing

· 8 Min. Lesezeit
Startup Stock Photos

Der Blick über den Tellerrand: Welche Kommunikationsplattformen gibt es?

Wenn wir von Plattformen sprechen, meinen wir häufig Websiten, die von einer großen Zahl an Personen regelmäßig mit klaren Intentionen besucht werden. Dies können klassische Suchmaschinen, wie Google, Bing (übrigens die Standard-Suchmaschine in Amazon Alexa / Echo) oder DuckDuckGo, aber auch themenspezifische Suchmaschinen wie Amazon (Produkte), yelp (Restaurants, Geschäfte) und Booking.com (Hotels) sein.

Meistens befinden wir uns im Internet auf der Suche nach etwas: Informationen, Dienstleistungen, Produkte. Hinzu kommen die Kommunikationsplattformen, sozialen Netzwerke und Messenger (Instagram einmal ausgenommen, denn es gehört zu Facebook und wird über dieselben Werbeanzeigenmanager verwaltet). Auf diesen Plattformen sind wir nicht direkt auf der Suche (außer vielleicht nach Aufmerksamkeit), aber interaktionsfreudig und transparent. Wenn Sie für Ihre Facebook Werbung eine Alternative suchen, ist ein Blick über den Tellerrand hilfreich.

Welche alternative Plattform für Sie die richtige ist, kommt ganz auf Ihre Zielgruppe, das Geschäftsmodell und die Strategie an. Alleine in Deutschland gibt es tausende Suchmaschinen, Communities und Plattformen, die Marketing-Potentiale bieten. Deshalb haben wir im folgenden 7 Alternativen für Google Ads und Facebook Ads zusammengetragen, auf denen es für unterschiedliche Firmen günstiger, effektiver und leichter sein kann, Marketingerfolge zu erzielen.

7 alternative Plattformen

1. Lokale Suchmaschinen

Ein Beispiel: Sie sind ein Zahnarzt, der sich auf ästhetische Zahnmedizin spezialisiert hat. Da Sie Ihre Praxis erst vor Kurzem eröffnet haben, überlegen Sie in Zusammenarbeit mit einer Agentur lokale Anzeigen bei Google zu schalten. Im Vorgespräch eröffnet die Agentur Ihnen, dass es bis zu 2,55 € pro Klick kosten wird, um kompetitive Anzeigenpositionen zu erreichen. Wenn jeder zwanzigste Website-Besucher mit Ihnen Kontakt aufnimmt, würden Sie also durchschnittlich 50 € alleine dafür bezahlen, dass jemand bei Ihnen anruft oder Ihnen eine E-Mail schreibt. Dazu kommen die Agenturkosten, Conversion Rate Optimierung und vieles mehr.

SUCHERGEBNISSE AUF JAMEDA: VOLLSTÄNDIGE PROFILE ERSCHEINEN VORNE

Warum so aufwendig, wenn es auch einfach geht: Die größte Suchmaschine für Ärzte in Deutschland ist nach eigener Aussage Jameda. Hier ist es viel einfacher, oben zu erscheinen als beim Giganten aus Mountain View. Das Einzige, was Sie machen müssen, ist, Ihr Profil möglichst vollständig auszufüllen, dieses regelmäßig zu aktualisieren (alleine dadurch sollten Sie schon vor 75 % Ihrer Mitbewerber erscheinen) und Ihre bestehenden Patienten dazu motivieren, Sie online zu bewerten.

Tipp: Meistens reicht ein kleiner Anreiz (z. B. eine Zusatzleistung oder ein Gutschein) schon aus, um die Zahl Ihrer Bewertungen in die Höhe schnellen zu lassen. Denken Sie auch daran, dass Sie bei Google schon alleine für die Klicks Geld bezahlen.

Besitzen Sie hingegen eine Cocktailbar, sind natürlich andere Plattformen interessant: Beanspruchen Sie auf jeden Fall Ihre Einträge bei Google und Apple Maps, sowie yelp und Foursquare. Gehören Touristen zu Ihrer Zielgruppe, sollten Sie außerdem bei TripAdvisor zu finden sein. In anderen Branchen gibt es weitere lokale Suchmaschinen. Finden Sie die Richtige für Ihr Geschäftsmodell.

2. Pinterest und tumblr

Natürlich sind Pinterest und tumblr zuallererst riesige soziale Netzwerke. Trotzdem ist gerade der visuelle Aspekt dieser Plattformen besonders interessant, denn nicht wenige Menschen verwenden Pinterest als Inspirationsquelle. Sollten Sie also Hochzeitszubehör verkaufen, als Innenarchitekt arbeiten oder ein hippes Restaurant führen, sind die Chancen hoch, dass Sie bei Pinterest oder tumblr sehr viel näher an Ihren Zielgruppen sind, als auf vergleichbaren Netzwerken. Wenn Sie sich dazu noch etwas geschickt anstellen, mit den Plattformen vertraut sind und sogar eine Strategie haben ist das schon die halbe Miete.

BEISPIEL PINTEREST: PLÖTZLICH HABE ICH LUST EINEN STUHL VON VITRA ZU KAUFEN…

3. Schnäppchenportale

Wussten Sie schon: Pepper aus Berlin ist nach eigenen Angaben die größte Shopping Community. Vielleicht kennen Sie ja mydealz – die deutsche Distribution von Pepper. Vordergründig als reines Schnäppchenportal hat mydealz über 1,5 Millionen Mitglieder, die sich zu jedem Angebot, jedem Produkt aktiv austauschen. Dazu kommen über 3,5 Millionen Facebook Fans.

Wenn Sie in der Lage sind, den Preis Ihrer Produkte temporär aggressiv zu reduzieren, kann das gesteigerte Umsatzvolumen durch eine Platzierung auf einem Schnäppchenportal die reduzierte Marge schnell ausgleichen. Doch seien Sie vorsichtig: Sind Ihre Angebote nicht wirklich gut und leicht als Marketing zu enttarnen, können Sie im schlechtesten Fall die Wut der Community auf sich ziehen. Natürlich ist mydealz nicht das einzige interessante Schnäppchenportal, wohl aber das größte. Vor allem im Bereich Reisen finden sich weitere Anbieter, wie Urlaubspiraten und Travel-Dealz.

4. Streaming Plattformen

Für einige Branchen sind Google und Co. sogar fast komplett irrelevant. In der Musikindustrie heißt das neue Zauberwort zum Beispiel Playlist-Marketing. Seit dem Durchbruch von Streaming Plattformen wie Spotify und Apple Music können Newcomer mit ein bisschen Geschick (und Geld) viel einfacher Reichweite generieren, als durch klassische Möglichkeiten wie Radio Airplay und Promotouren.

Schafft man es nämlich in eine der großen Playlists zu erscheinen, landet man ganz automatisch in den Ohren der Hörer. Auf Spotify gibt es Playlisten mit über 10 Millionen Followern. Zwar lassen die Besitzer dieser Playlists sich eine Platzierung in diesen gut bezahlen, doch kann man durch geschickte Segmentierung (Genre, Land, Thema) so nah an seinen potenziellen Fans sein, wie nie zuvor.

Ähnlich verhält es sich mit YouTube, der größten Video-Suchmaschine der Welt: Streams wie lofi hip hop radio – beats to relax/study to haben mitunter größere Reichweite als traditionelle Radiosender. Das Potential für Videomarketing ist hier noch gar nicht mit einberechnet.

5. Xing und LinkedIn

Xing und LinkedIn sind zwar wie Facebook soziale Netzwerke, aber beide viel kleiner und deswegen bei weitem nicht so komplex. Der Fokus liegt hier außerdem klar auf Business-Themen: Recruiting, Employer Branding und Wissensaustausch. Deshalb sind Business-Netzwerke häufig im Bereich ‚B2B Content Marketing‚ perfekte Seeding Plattformen.

Hier ist der Schnitt der Zielgruppe von Anfang an relevanter und die Menge an Mitbewerbern viel geringer. Die Plattformen eignen sich vor allem, um spezifische Jobkriterien anzusprechen. Führen Sie beispielsweise ein B2B-Unternehmen und möchten eine ganze spezielle Berufsgruppe oder Branche erreichen, eignet sich unter anderem LinkedIn hervorragend. Xing ist außerdem dafür bekannt, gutes Eventmarketing zu betreiben. Möchten Sie eine Veranstaltung oder ein Online Webinar mit einem festen Termin bewerben, lohnt sich ein Blick auf Xing

Tipp: Wollen Sie mal ausprobieren, wie leicht man sein „Ranking“ bei Xing beeinflussen kann? Suchen Sie doch mal von einem anderen Account aus nach Ihrer Jobbeschreibung innerhalb Ihrer Stadt. Wenn Ihr Profil weit hinten in den Suchergebnissen auftaucht, aktualisieren Sie Ihre Biografie, indem Sie eine kleine Änderung durchführen (das Ändern eines Satzzeichens reicht aus). Nun suchen Sie noch einmal. Der Ranking-Algorithmus von Xing ist bei weitem nicht so komplex, wie der von Google. Ihr Profil sollte durch diesen kleinen Trick schon eine bessere Position eingenommen haben. Deshalb kann man auf alternativen Plattformen mit ein wenig Mühe und Geschick häufig leichter Erfolge erzielen.

6. Shopping Portale

Shopping Portale haben zwei offensichtliche Nachteile: Zum einen ist die Provision häufig sehr hoch, zum anderen agieren Sie immer innerhalb einer fremden Brand, können Ihre eigene also nur schwer stärken. Trotzdem sind Amazon und Alibaba die größten Produkt-Suchmaschinen der Welt und Zalando der drittgrößte Online Shop in Deutschland. Viele Menschen starten ihre Produktsuche direkt bei Amazon, ohne vorher bei Google zu recherchieren. Sie sollten sich also gut überlegen, ob Sie diese potenziellen Umsätze links liegen lassen wollen.

Verkaufen Sie bei Amazon, Zalando, Alibaba oder ähnlichen Marktplätzen und machen sich Sorgen darüber, dass Ihre Marke nicht wahrgenommen wird? Setzen Sie doch da an, wo der Kundenkontakt noch vorhanden ist: bei Support und Verpackung. Bieten Sie Ihren Kunden herausragende Supportleistungen, dies kann schon ein Grund sein, beim nächsten Mal direkt bei Ihnen zu bestellen. Versenden Sie außerdem kein anonymes Paket. Gebrandetes Paketband ist eine günstige Investition und zeigt Ihren Kunden, dass das Paket nicht von Amazon kommt, sondern von Ihnen.

WUSSTEN SIE, DASS ZALANDO NICHT ALLE PRODUKTE SELBER VERKAUFT, SONDERN ÜBER VERSCHIEDENE PARTNER?

7. TikTok

Spätestens seit Anfang 2020 entwickelte sich TikTok zum viralen Hit. Die Bedeutung der Kurzvideo-Plattform sollten Sie nicht verkennen: Gerade die „Generation Z“ erreichen Sie hier – Ihre potenzielle Zielgruppe von morgen. Tanzvideos, Storytelling, Hashtag-Challenges oder ganze Marketing Kampagnen – den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt. Immer mehr Businesses nutzen die App bereits erfolgreich für TikTok-Marketing.

8. Reiseplattformen

In der Reisebranche sind Aggregationsplattformen besonders verbreitet. Websites wie Booking.comHRS und TripAdvisor versuchen das Angebot am Markt so vollständig wie möglich abzudecken und zu zentralisieren. Dabei gelten ähnliche Regeln wie auf Amazon und eBay: Sie müssen eine Provision bezahlen, um dort gelistet zu werden und Ihre Marke rückt hinter die der jeweiligen Plattform. Für einzelne Akteure sind Facebook und Google sogar ‚alternativere‘ Plattformen als Booking.com und Expedia.

Trotzdem gilt: Wenn Sie – die Provision mit eingerechnet – Flüge, Reisen und Hotels rentabler anbieten können als über Suchmaschinenmarketing, gibt es nicht viele Gründe diese Reichweite nicht zu nutzen. Natürlich ist es immer schöner direkt über die eigene Website zu verkaufen, um nicht abhängig von fremden Plattformen zu sein (doch auch Google ist eine fremde Plattform, die sich immer wieder ändert), aber solange Booking.com die größte Suchmaschine für Hotels und momondo die beste Suchmaschine für Flüge (persönliche Meinung des Autors) ist, werden Urlaubsplanende diesen nicht plötzlich abschwören.

Sie sollten dabei auch beachten, dass Sie auf den Plattformen gegen Konkurrenten antreten, die Ihnen ähnlich sind. Abseits dieser Plattformen treten Sie direkt gegen die Plattformen selber an.

Tipp: Nutzen Sie die Tatsache, dass Reiseplattformen aufgrund ihres Zweckes immer breit aufgestellt sein müssen. Wenn Sie es schaffen, durch geschickte Auswahl der Keywords, sauberes Targeting und effizientes Remarketing eine geeignete Nische zu finden, können Sie sogar auf Google und Facebook „unter dem Radar fliegen“.

Fazit: Unsere Alternativen für Google Ads und Facebook Ads

Wahrscheinlich werden Facebook und Google auch in den kommenden Jahren die wichtigsten digitalen Marketing Plattformen bleiben. Nicht weniger sind unsere Erfolge als Agentur eng mit beiden Firmen verknüpft. Trotzdem sollte die Plattform-Frage ein essenzieller Aspekt jeder Marketing Strategie sein. Diese Frage sollte früh gestellt und im Laufe der Zeit immer wieder evaluiert werden. Denn nicht für jedes Geschäftsmodell sind Facebook und Google die richtigen Marketingkanäle und wenn Sie für Ihren Betrieb die perfekte Nische finden, sichern Sie sich zusätzliche Potenziale und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Ihrer Konkurrenz.

Haben wir offensichtliche Kandidaten in dieser Liste vergessen oder haben Sie Fragen zu unseren Beispielen? Wir freuen uns über Ihre Beiträge in den Kommentaren.

Brauchen Sie Unterstützung bei diesem Thema?

Sprechen Sie uns unverbindlich an und lassen Sie sich von uns beraten.

Anfrage schicken!

  • 5 Tipps, wie Sie mit Influencer Marketing Erfolg auf YouTube haben

    Immer mehr Unternehmen nutzen Influencer Marketing als Ergänzung zur unternehmenseigenen Marketingstrategie. Doch aus großer Reichweite folgt große Verantwortung – so oder so ähnlich hätte sich wohl Stan Lee zum Thema Influencer Marketing geäußert. Mit welchen 5 Tipps Sie Ihr Influencer…

  • Bounce Rate: Alles zur Absprungrate [+Tipps zur Reduzierung]

    Weist Ihr Online Shop eine überdurchschnittlich hohe Bounce Rate bzw. Absprungrate auf? Sie können sich freuen, denn damit haben Sie ein immenses Optimierungspotenzial für Ihren Shop ausfindig gemacht. Die Optimierung der Bounce Rate wirkt sich nämlich direkt auf den Shopumsatz…

  • Unternehmensblog erstellen in 6 Schritten [+Vorlagen]

    Instagram, TikTok, Pinterest oder doch ein eigener Podcast – wer heute auf der Suche nach den richtigen Kanälen für sein Unternehmen ist, kann sich vor Ratschlägen wie diesen kaum retten. Ein Unternehmensblog scheint hier längst „out“ zu sein. Doch der…