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Auto-optimierter CPC & Co: Smart Bidding Gebotsstrategien bei AdWords

Auto-optimierter CPC & Co: Smart Bidding Gebotsstrategien bei AdWords
TrafficDesign
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Sind meine Gebote hoch genug, um die Nutzer mit höchster Conversion-Wahrscheinlichkeit optimal anzusprechen? Biete ich zu viel für Keywords und spiele Anzeigen an Nutzer aus, die ziemlich wahrscheinlich nicht in meinem Online Shop kaufen werden? Diese Fragen sind für die Optimierung der Performance eines AdWords Kontos essenziell. Google bietet mit Smart Bidding verschiedene Gebotsstrategien, um die Gebote automatisch und ganz flexibel bei jeder Auktion an die Nutzer und ihren Kontext anzupassen. Denn gerade in komplexeren AdWords Konten ist die manuelle Gebotsanpassung sehr zeitintensiv. Wir erklären, welche Smart Bidding Strategien es gibt, welche Potentiale sie aufweisen und was bei der Einrichtung und Nutzung beachtet werden sollte.

1. Was ist Smart Bidding?

Mit der Anzeigenschaltung bei Google AdWords werden ganz verschiedene Marketingziele verfolgt und es stehen dafür unterschiedliche Budgets zur Verfügung. Meist geht es darum, bei möglichst geringen Kosten ein Maximum an Conversions über die Anzeigen zu erzielen. Dabei werden die Gebote für einzelne Keywords und Targetingmöglichkeiten regelmäßig vom Kontobetreuer angepasst, um entsprechend der Performance die Ausrichtung zu optimieren. Dafür werden neben den Keywords verschiedene Signale wie Geräte, Standorte, Uhrzeiten oder demographische Daten ausgewertet und für die Festlegung der optimalen Zielgruppe genutzt.

Gebotsstrategien in Google AdWords bieten die Möglichkeit, das Anpassen der Gebote aus der Hand zu geben und die Kontrolle über die Gebote teilweise oder sogar vollständig Google zu überlassen. Mehr über Gebote und Gebotsstrategien in Google AdWords im Allgemeinen finden Sie hier.

Smart Bidding Strategien gehören dabei zu einer Untergruppe der automatischen Gebotsstrategien bei Google AdWords. Mittels Smart Bidding werden die Gebote bei jeder Auktion durch maschinelles Lernen für Conversions oder den Umsatzwert der Conversions optimiert. Im AdWords Konto zählen die Gebotsstrategien Conversions maximieren, auto-optimierter CPC, Ziel-CPA und Ziel-ROAS zu Smart Bidding.

In den Einstellungen der einzelnen Kampagnen lassen sich die Gebotsstrategien inkl. der Smart Bidding Strategien auswählen. 

Außerdem ist es möglich, über eine Portfoliostrategie mehrere Elemente wie Kampagnen oder Anzeigengruppen einer gemeinsamen Gebotsstrategie zuzuordnen.

Bei der Portfolio-Strategie werden die Ziele für Smart Bidding Strategien nicht einzelnen Kampagnen zugeordnet. Dadurch ist es möglich, dass Google eine größere Menge an Daten auswerten und für die Anpassung der Gebote nutzen kann. So kann Smart Bidding beispielsweise kontoweit mit einem gemeinsamen Zielwert eingerichtet werden. Verwaltet werden die Portfolio-Strategien über die gemeinsam genutzte Bibliothek.

Smart Bidding vereint maschinelles Lernen mit dem Auswerten verschiedener Kontextsignale, um die Gebote bei jeder Auktion zu optimieren. Dabei wird eine Vielzahl von diesen kontextualen Signalen verwendet – und zwar weitaus mehr, als die Signale, die uns im AdWords Konto zur Verfügung stehen. Die Signale stellen verschiedene Attribute in Bezug auf eine Person und ihren Kontext zum Zeitpunkt der Auktion dar.

Kontextuale Signale im Smart Bidding

Quelle: Leitfaden von Google zu Smart Bidding im Suchnetzwerk

Google verwendet verschiedene Daten um durch maschinelles Lernen beispielsweise die Conversionwahrscheinlichkeiten abhängig von den einzelnen Faktoren zu ermitteln. Diese umfassen beispielsweise:

  • Gerät
  • Tatsächlicher und/oder gewünschter Standort
  • Wochentag
  • Tageszeit
  • Anzeigenvariante
  • Spracheinstellungen des Nutzers
  • Verwendeter Browser
  • Betriebssystem des Gerätes
  • Alter und Geschlecht
  • Suchanfrage
  • Zugehörigkeit und Dauer der Zugehörigkeit zu Remarketing-Listen
Hinzu kommt eine große Menge an weiteren Signalen, die Google nutzt, um die Conversion-Wahrscheinlichkeit zu ermitteln und das Gebot dementsprechend anzupassen. Bei der manuellen Anpassung von Geboten stehen den Kontobetreuern ein Großteil dieser kontextuellen Daten nicht zur Verfügung. An dieser Stelle hat Google demnach einen klaren Vorteil. All diese von Google mit der Zeit gesammelten Daten werden stetig in Hinblick auf ihre Performance und Entwicklung ausgewertet und mit den vorab festgelegten Performancezielen abgeglichen.

2. Smart Bidding Strategien im Überblick

Im AdWords Konto stehen verschiedene Gebotsstrategien zur Verfügung – vier von ihnen lassen sich den Smart Bidding Strategien zuordnen. Vorab lässt sich eindeutig sagen, dass es keine allgemeingültig beste Variante gibt. Alle haben ihre Vor- und Nachteile entsprechend der Erwartungen an die Performance und den Marketingzielen.

2.1 Auto-optimierter CPC

Strategie: Das vorgegebene Budget wird genutzt, um ein Maximum an Conversions zu erzielen. Dafür werden die manuell gesetzten Gebote je nach Nutzer, seinem Kontext und seiner Conversionwahrscheinlichkeit automatisch angepasst.

Bei dieser Gebotsstrategie werden die manuell definierten Gebote je nach Wahrscheinlichkeit einer Conversion von Google automatisch angepasst. Dabei wird der aktuelle CPA aufrechterhalten. Stuft Google die Wahrscheinlichkeit einer Conversion als hoch ein, so werden die Gebote dementsprechend nach oben angepasst. Bei einer geringen Wahrscheinlichkeit werden die Gebote wiederum von Google gesenkt. 

Streng genommen lässt sich diese automatische Gebotsstrategie nur als halbautomatisch einordnen. Denn die ursprünglichen Gebote werden manuell festgelegt und können weiterhin selbstständig gesteuert werden. Google optimiert diese dann basierend auf verschiedenen Kontextsignalen stetig und passt sie dementsprechend an. Verglichen zu anderen Gebotsstrategien, wird die Optimierung von Google beim auto-optimierten CPC somit in kleinerem Umfang durchgeführt. Durch die manuellen Anpassungsmöglichkeiten hat Google ggf. eingeschränkte Möglichkeiten in Hinblick auf das maschinelle Lernen und die angestrebte, stetige optimierte Automatisierung.

Gerade für Tage mit besonders hoher Nachfrage, wie beispielsweise dem Black Friday, kann sich diese Gebotsstrategie als sinnvoll erweisen. Die Gebote werden an die Nachfrage und die Konkurrenzsituation angepasst. Dabei überschreitet der durchschnittliche CPC nicht den festgelegten maximalen CPC. Dieser sollte demnach sinnvoll gesetzt werden, so dass Google die Chance bekommt die Gebote an die Nachfrage anzupassen.

Für viele liegt ein positiver Aspekt dieser Strategie darin, dass weiterhin die eigene Kontrolle über die einzelnen Gebote möglich ist und sich diese Strategie somit optimal als Einstieg ins Smart Bidding eignet. Die automatische Gebotsanpassung durch Google kann bei dieser Strategie also erst mal getestet werden. Zudem sind hier keine Mindestanforderungen an die Zahl der Conversions in den letzten 30 Tagen notwendig – demnach eignet sich diese Strategie für deutlich mehr Kampagnen. Dennoch sollte natürlich bedacht werden, dass Google die Wahrscheinlichkeit für Conversions deutlich besser einordnen kann, je mehr Daten dafür zur Verfügung stehen.

2.2 Conversions maximieren

Strategie: Das vorgegebene Budget wird genutzt, um ein Maximum an Conversions zu erzielen.

Google nutzt das verfügbare Tagesbudget ausschließlich dafür, um die Zahl der Conversions zu maximieren. Dabei werden rentabilitätsbezogene Werte nicht berücksichtigt. Verglichen zum auto-optimierten CPC erfolgt die Optimierung hier vollautomatisch. Gebote für einzelne Keywords werden dabei nicht mehr manuell festgelegt, sondern ebenfalls über die Auswertung verschiedenster Kontextsignale automatisch von Google ermittelt.

Je nach Kontext und Zielen liegt ein möglicher Nachteil dieser Strategie darin, dass keine Werte bzgl. der Rentabilität einbezogen werden. Daher sollte diese Gebotsstrategie nur dann genutzt werden, wenn es hauptsächlich darum geht, das Conversionvolumen zu steigern. Sobald rentabilitätsbezogene Werte berücksichtigt werden sollen oder Ziele bzgl. des CPAs oder ROAS vorliegen, kommt eine der beiden folgenden Gebotsstrategien wahrscheinlich eher in Frage.

Bei der Verwendung dieser Strategie sollte unbedingt beachtet werden, dass Google sehr wahrscheinlich das gesamte Tagesbudget nutzen wird, um die Zahl der Conversions zu maximieren. Die Kontrolle der Kosten durch ein entsprechend festgelegtes Tagesbudget ist demnach sehr zu empfehlen. Wird das festgelegte Budgetmaximum vor der Aktivierung dieser Gebotsstrategie nicht ausgenutzt, so kann Conversions maximieren zu deutlich höheren Kosten führen. Zudem besteht generell das Risiko, dass die Kosten pro Conversion ansteigen.

2.3 Ziel CPA

Strategie: Das Budget wird genutzt, um ein Maximum an Conversions innerhalb des festgelegten Ziel-CPAs zu erzielen.

Grundlegend für diese Strategie ist die Festlegung eines Ziel CPAs – wie viel soll maximal für eine Conversion ausgegeben werden? Die Gebote werden von Google so angepasst, dass entsprechend der vorgegebenen Akquisekosten eine möglichst hohe Zahl an Conversions generiert wird. Sie ähnelt also der vorigen Gebotsstrategie mit dem bedeutenden Unterschied, dass sich alles um den Zielwert für die Kosten pro Conversion dreht und es nicht rein um eine hohe Zahl an Conversions geht.

Gelegentlich kann es bei der Optimierung durch Google für einzelne Keywords oder Anzeigengruppen vorkommen, dass der tatsächliche Ziel-CPA für einzelne Elemente wie zum Beispiel Anzeigengruppen oder Kampagnen höher oder niedriger liegt. Der angegebene Wert ist demnach nicht als Obergrenze zu verstehen, sondern als genereller Richtwert, der im Durchschnitt von Google angestrebt wird. Ein Ziel CPA kann entweder für einzelne Kampagnen oder als sogenannte Portfoliostrategie für mehrere Kampagnen eingerichtet werden.

Es ist sehr zu empfehlen, realistische Zielwerte für den CPA festzulegen. Sobald der Wert zu niedrig angesetzt wurde, besteht das Risiko, dass das Volumen der generierten Conversions sinkt. Wenn man diese Strategie nutzen möchte, ohne dass sich die Ausgaben stark ändern und auch die Zahl der Conversions möglichst stabil bleibt, so kann man sich gut an dem Kosten pro Conversion Durchschnitt der letzten 30 Tage orientieren. Zu beachten ist, dass der Wert der Conversions bei dieser Strategie nicht einbezogen wird. 

2.4 Ziel ROAS

Strategie: Das Budget wird genutzt, um einen möglichst hohen Conversionwert zu erzielen.

Die Strategie ist im Vergleich zu den vorigen Geboststrategien ganz klar umsatz- und rentabilitätsorieniert. Bei dieser Gebotsstrategie werden die Gebote so angepasst, dass Conversions mit jeweils einem möglichst hohen Wert erzielt werden und dabei das ROAS (Return on Advertising Spend) Ziel eingehalten wird. Es geht also nicht vorrangig darum, eine möglichst hohe Zahl an Conversions zu erzielen, sondern darum, die Conversions zu erzielen, die einen möglichst hohen Conversionwert aufweisen und dabei den ROAS-Zielwert einzuhalten.

Die Rentabilität wird demnach bei dieser Gebotsstrategie miteinbezogen und stellt das zentrale Ziel dar. 

Wie auch beim Ziel CPA kann der tatsächliche Wert ggf. vom festgelegten Ziel abweichen. Google arbeitet langfristig darauf hin, den Wert im Durchschnitt zu erreichen.

Die Angabe realistischer Ziele ist grundlegend, damit diese Gebotsstrategie optimal funktionieren kann und sich nicht negativ auf die Performance auswirkt. Daher sollten Metriken wie Impressionen oder der Anteil an möglichen Impressionen auf jeden Fall im Blick behalten werden. Bei unrealistischen Zielen kann es passieren, dass die Reichweite verringert wird, um Kosten einzusparen und die angestrebte Rentabilität zu erreichen. Auch hier kann man sich wieder gut an Werten orientieren, die in der letzten Zeit im Konto erzielt wurden und dementsprechend auswerten, ob sich diese mit Gebotsstrategie auf ähnlichem Niveau bewegen.

2.5 Übersicht

Wann welche Strategie verwendet werden sollte, lässt sich nicht eindeutig festlegen, da die Potentiale der einzelnen Strategien von den individuellen Zielen abhängen. Die wichtigsten Aspekte, Vor- und Nachteile und was bei der Verwendung der vier Smart Bidding Strategien beachtet werden sollte, haben wir hier zusammengefasst:

Smart Bidding StrategieStrategieWas sind die Vorteile dieser Strategie?Was sind Nachteile & worauf sollte man bei dieser Strategie achten?
Auto-optimierter CPC
  • Maximierung der Conversions durch Anpassung manuell gesetzter Gebote 
  • Manuelle Kontrolle der Gebote weiterhin möglich
  • Keine Mindestanforderungen an Conversionzahlen etc.
  • Maschinelles Lernen des Algorithmus kann ggf. durch manuelle Anpassungen beeinträchtigt werden
Conversions maximieren
  • Maximierung der Conversions innerhalb des verfügbaren Budgets
  • Eignet sich dann, wenn das Budget einer Kampagne nicht ausreichend genutzt wird und mehr Conversions erzielt werden sollen
  • Der Wert der Conversions und die Rentabilität werden nicht berrücksichtigt
  • Die Kosten/Conversion könnten ansteigen
  • Das Budget sollte realitisch gesetzt und im Blick behalten werden
Ziel CPA
  • Maximierung der Conversions anhand des Ziel-Wertes für die Aquisekosten
  • Keine reine Fokussierung auf das Maximieren der Conversions
  • Kosten pro Conversion werden berücksichtig 
  • Es sollten realistische CPA-Ziele gesetzt werden
  • Der Wert der Conversions wird nicht berrücksichtigt
Ziel ROAS
  • Maximierung des Conversionwertes, um den Ziel-ROAS einzuhalten
  • Der Wert der Conversions und die Rentabilität werden berücksichtigt
  • Es ist eine relativ hohe Mindestanzahl an Conversions notwendig

Generell lässt sich allerdings festhalten, dass sobald entsprechende Ziele vorliegen auf jeden Fall eine der beiden Strategien zu empfehlen ist, die die Zahl der Conversion berücksichtigen: Beim Ziel-CPA und Ziel-ROAS steht nicht das reine Maximieren der Conversions im Fokus, sondern es werden die Rentabilität und individuelle Ziele miteinbezogen.

Der Auto-optimierte CPC eignet sich besonders gut als Einstieg ins Smart Bidding und ist auch bei neuen Kampagnen oder Konten zu empfehlen, wenn auf die manuelle Kontrolle nicht von Beginn an verzichtet werden soll. Die Strategie Conversions maximieren ist hingegen nur für wenige Fälle zu empfehlen und eignet sich genau dann, wenn ein festes Budget vorhanden ist und der Schwerpunkt auf Conversions liegt. Sobald Werbeziele vorliegen, die mit einer der anderen Strategien kombiniert werden kann, sollten diese generell vorgezogen werden.

3. Voraussetzungen

Um Gebotsstrategien im AdWords Konto nutzen zu können, muss das Conversion-Tracking eingerichtet und aktiviert werden. Dies ist nur dann nicht notwendig, wenn der auto-optimierte CPC im Displaynetzwerk verwendet wird.

Je nach Strategie sind bestimmte Mindestzahlen an Conversions in den letzten 30 Tagen zu empfehlen und teilweise sogar notwendig. Nur so ist es für Google möglich, genügend Daten zu sammeln und diese korrekt auszuwerten, um die automatischen Gebotsanpassungen optimal durchzuführen. Generell lässt sich sagen, dass der Erfolg der Smart Bidding Strategien ein höheres Potential aufweist, je mehr Conversion-Daten zur Verfügung stehen. So kann der Algorithmus stetig dazu lernen und die einzelnen kontextualen Signale mit der Zeit besser bewerten.

Smart Bidding StrategieVerfügbar für folgende NetzwerkeVoraussetzungen
Auto-optimierter CPCSuchnetzwerk, Displaynetzwerk, Shopping-Kampagnen
  • Conversion-Tracking ist notwendig für die Ausrichtung auf das Suchnetzwerk und für Shopping-Kampagnen
Conversions maximierenSuchnetzwerk
  • Conversion-Tracking
  • Einzeln ausgewählte Kampagnen müssen ein eigenes Budget haben und dürfen nicht auf ein gemeinsames Budget zurückgreifen
Ziel CPA

Suchnetzwerk, Displaynetzwerk

  • Conversion-Tracking
  • Empfohlen werden 30 Conversions innerhalb der letzten 30 Tage für die entsprechende Kampagne oder Anzeigengruppe
Ziel ROASSuchnetzwerk, Displaynetzwerk, Shopping-Kampagnen
  • Conversion-Tracking
  • Für die zu erfassenden Conversions müssen Werte übergeben werden
  • Es müssen mindestens 15 Conversions innerhalb der letzten 30 Tage für die entsprechende Kampagne oder Anzeigengruppe vorhanden sein
  • Empfohlen werden mehr als 50 Conversions in den letzten 30 Tagen

4. Potentiale von Smart Bidding

Smart Bidding bietet einige klare Vorteile. Dazu gehören:

  1. Es wird eine große Anzahl an Kontextsignalen erfasst. Diese Signale beschreiben Paramater einer Person oder ihres Kontexts zum Zeitpunkt der Suchanfrage. Bei der manuellen Analyse des AdWords Kontos steht ein Großteil dieser Parameter nicht zur Verfügung. Zudem kombiniert Google verschiedene dieser Signale für die Ermittlung der Conversionwahrscheinlichkeit und somit der Festlegung des Gebots miteinander. Die Signale werden also nicht nur einzeln, sondern auch in Kombination mit anderen Parametern betrachtet. Eine manuelle Auswertung all dieser Signale ohne den Google Algorithmus wäre um einiges komplexer und zeitaufwändiger
  2. Die Gebote werden für jede einzelne Auktion angepasst und nicht – wie bei der manuellen Kontrolle – nur in regelmäßigen Abständen wie beispielsweise täglich oder wöchentlich. Es findet eine präzise Gebotsoptimierung zugeschnitten auf den Nutzer und seinen Kontext statt. Im Fokus steht dabei die Ermittlung der Conversionwahrscheinlichkeit.
  3. Durch das automatische Anpassen der Gebote durch Google bleibt dem Kontobetreuer mehr Zeit für die Optimierung anderer und vielleicht bisher vernachlässigter Aspekte des AdWords-Kontos. Denn je komplexer das AdWords Konto, des so aufwendiger und zeitintensiver ist die manuelle Kontrolle der Gebote für die einzelnen Keywords.

Mit klaren und realistischen Zielvorgaben können Smart Bidding Strategien dabei helfen, entsprechende Ziele basierend auf einer Vielzahl von kontextuellen Signalen zu erreichen. Wenn die gewählte Gebotsstrategie gut funktioniert, kann das natürlich sehr zeitsparend sein.

4. Nachteile von Smart Bidding

Neben den eindeutigen Vorteilen von Smart Bidding Startegien gibt es allerdings auch einige Punkte, die als Nachteil zu sehen sind und bei der Verwendung automatischer Gebotsstrategien beachtet werden sollten:

  1. Die Smart Bidding Strategien werden stetig optimiert und durch maschinelles Lernen immer intelligenter. Dennoch bedeutet dies nicht, dass sie für alle Konten und Kampagnen auf gleichem Level funktionieren. Welche Gebotsstrategie die Richtige ist, hängt dabei ganz individuell vom jeweiligen AdWords Konto und den speziellen Zielvorgaben ab.
  2. Liegen individuelle Ziele vor, oder gibt es Einschränkungen oder Fehler im Conversion-Tracking, so ist ein manueller Ansatz der Gebotsverwaltung ggf. sinnvoller. Auch häufige Budgetanpassungen sollten in Verwendung mit Smart Bidding Strategien beachtet werden. Nach manuellen Anpassungen der Ziele muss Google sich auf die neuen Daten einstellen, Informationen sammeln und die Strategie ggf. anpassen. Umfassende Änderungen können sich also auf die Leistungsfähigkeit der Strategien auswirken.
  3. Je nach Konto ist es ggf. sinnvoll, zunächst einzelne Kampagnen zu testen, anstatt direkt mit dem gesamten Konto eine Gebotsstrategie zu nutzen. Denn, was für viele ein Nachteil darstellt, ist das Fehlen der manuellen Kontrolle. Das Vornehmen von Anpassungen an den Geboten ist bei den meisten Smart Bidding Strategien nicht mehr möglich. Man hat insgesamt also weniger Kontrolle und muss sich auf den Google Algorithmus verlassen.
  4. Welche Daten genau für die Optimierung der Gebote genutzt werden und was im Einzelnen passiert, um die Gebote optimal zu setzen, das verrät Google nicht. Es ist nur bekannt, dass Google eine unglaublich große Menge an Daten sammelt und den idealen Nutzer bzw. potentiellen Käufer immer genauer kennenlernt. Diese Informationen werden von Google aber nicht weitergegeben und können daher nicht genauer analysiert, ausgewertet oder für andere Optimierungen und Anpassungen am Konto genutzt werden.  
Es lässt sich nicht oft genug sagen: Realistische Ziele sind bei der Verwendung von Smart Bidding Strategien das A&O. Werden die Ziele zu ambitioniert angegeben, so kann es passieren, dass die Zahl der Reichweite und der Conversions zurückgeht, da Google das Ziel nicht erreichen kann. Eine gute Orientierung für den Ziel-CPA und den Ziel-ROAS stellen z.B. die Daten der vergangenen Wochen dar. Nutzen Sie demnach Ihre historischen Kontodaten und bestimmen sie basierend darauf die Smart Bidding Ziele.

5. Fazit

Smart Bidding als Zukunft der Gebotsoptimierung? Zusammengefasst kann die Nutzung von Googles Smart Bidding Strategien eine Menge an Vorteile mit sich bringen und dadurch den Arbeitsalltag bzgl. der Kontooptimierung unterstützen und erleichtern. Es bleibt dann mehr Zeit für weitere effektive und strategische Aspekte der manuellen Kontooptimierung.
Werbetreibende können bei der Verwaltung ihrer Kampagnen durch maschinelles Lernen mehr und mehr unterstützt werden. Es ist davon auszugehen, dass maschinelles Lernen in Zukunft eine immer größere Rolle im AdWords Konto spielen wird -sowohl bei der Einrichtung, als auch bei der stetigen Optimierung von Kampagnen. Im AdWords Konto stehen neben Smart Bidding Strategien schon jetzt beispielsweise automatische Kampagnentypen zur Verfügung, die diese Richtung ebenfalls andeuten. Hinzu kommt die stetige Verbesserung der Systeme und Algorithmen.

Durch das Zusammenspiel von Smart Bidding Strategien und manueller, tiefgehender und strategischer Optimierung kann sich die Performance verbessern und den Kontobetreuern mehr Zeit für eben diese Optimierungen geben. Dennoch sollte die Automatisierung nach dem Aktivieren im Blick behalten und kritisch beobachtet werden. Die manuelle Kontrolle und Anpassungen im Konto sind zur stetigen Performanceoptimierung weiterhin notwendig.

Beispielsweise wäre streng genommen das Hinzufügen negativer Keywords nicht mehr erforderlich, sobald Smart Bidding Strategien verwendet werden. Denn Google sollte durch seine detaillierte Nutzer- und Suchanfragenauswertung ja bestens wissen, was die Nutzer suchen und welche Anfragen funktionieren. Das ist nur ein Aspekt der Kontooptimierung, welcher auch während der Nutzung von Gebotsstrategien weiterhin im Blick behalten werden sollte.

Wichtig ist natürlich, dass der Algorithmus der Smart Bidding Strategien Zeit zum Lernen benötigt – es können nicht täglich Änderungen oder eindeutige Verbesserungen im Konto zu sehen sein. Gerade nach dem Start kann es eine Weile dauern, bis erste Ergebnisse im Konto zu sehen sind. Auf jeden Fall ist es wichtig, die Performance zu checken und zu identifizieren, ob die gewählte Strategie funktioniert, oder nicht. Algorithmen lernen durch Daten bzgl. des Nutzerverhaltens stets dazu und werden somit von Zeit zu Zeit genauer.

Gebote der einzelnen Keywords und das Zielgruppentargeting spielen im AdWords Konto eine zentrale Rolle. Konnten Sie bereits Erfahrungen mit Smart Bidding machen? Wenn nicht, welche der vier Strategien würden Sie zuerst testen? Wir freuen uns auf Ihre Meinungen in den Kommentaren.
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Lena Bothmann
Für mein Trainee im Bereich Online Marketing bin ich nach meinem Studium von Hildesheim nach Köln gezogen. Ob ein Auslandssemester in Finnland, ein Sommer in Sri Lanka oder eine Rundreise durch Italien: Reisen find ich super - Erdmännchen auch!

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