Quer Durch Köln - Eine Ganz Normale Umzugsstory

Quer durch Köln - Eine ganz normale Umzugsstory

Von
Lucie Sanke
23.07.2019

Bis November 2018 war der Sitz unseres Büros im Clusterhaus am Friesenplatz. Doch dann mussten wir umziehen. Wie die folgende Immobiliensuche verlief und die Umzüge uns als Team und Agentur prägten, haben wir hier festgehalten.

Zu Hause am Friesenplatz

Büro Mit Domblick und Dachterrasse in der 8. Etage des Clusterhauses

Seit der Gründung von TrafficDesign war unser Büro im Clusterhaus am Friesenplatz, einem damals bekannten Kölner StartUp Hub. Die Rahmenbedingungen für uns als Agentur waren damals optimal: Die Mietverträge waren kurzfristig, die Regelungen locker und wir hatten jederzeit die Möglichkeit, uns innerhalb des Gebäudes zu vergrößern oder zu verkleinern. Anfangs noch in einem 30m² kleinen Büro, wuchsen und entwickelten wir uns rasant weiter und arbeiteten uns so Etage um Etage hoch. Schließlich waren wir 2017 in der obersten, achten Etage angekommen und arbeiteten auf den 150m² der ehemaligen Chefetage des Gerling-Konzerns, der bis zur Auflösung 2006 die Büroflächen des gesamten Gebäudes nutzte.

Bis ganz nach oben

Die Chefetage des Clusterhauses brachte viele Vorteile: Statt einzelne Räume zu mieten, teilten wir uns die Etage nur noch mit dem StartUp fitogram, wir genossen einen direkten Blick auf den Dom und hatten eine großzügige Dachterrasse. Statt in kleinen Büros an Tischinseln zu sitzen, hatten wir plötzlich einen 30 Meter langen Flur, der in den gemeinsamen Aufenthaltsraum führte.

Wir haben diese Zeit sehr genossen, lernten aber auch die Kehrseite des Clusterhauses kennen: So gaben uns die kurzen Vertragslaufzeiten keine langfristige Mietsicherheit und auch Mängel am Gebäude wurden zunehmend nicht behoben. Nicht selten ging auch der Feueralarm los, weil ein Rauchmelder Probleme machte und von ursprünglich vier Aufzügen waren auch nur noch zwei funktionstüchtig.

Schock: Wir müssen raus

Zu Mitarbeiterzuwachs und wachsendem Raummangel, kam dann im Sommer 2018 fast schon passenderweise die Nachricht: bis Ende Oktober müssen alle Mieter raus, das Haus wird kernsaniert. Trotz allen Umständen war das erstmal ein Schock. Wie sollten wir innerhalb von drei Monaten einen vergleichbaren Ersatz finden? Ein Büro, das eine Dachterrasse und Domblick toppt? 

Ausblick von der Dachterrasse und Aufenthaltsraum im Clusterhaus

Adapt, Improvise, Overcome

Also ging die Suche nach einer neuen Immobilie los. Das Traum-Büro war leider nicht ganz so schnell gefunden. Aber wer möchte auch schon Kompromisse eingehen, wenn man sich fünf Jahre (oder länger) an eine Immobilie bindet? Einige Besichtigungen, Zusagen, Absagen und viele Nerven und Frustrationen später, kam dann endlich unsere Traum-Immobilie ins Spiel: über 300m² moderne und helle Bürofläche, Terrasse zum Innenhof mit einem großen und ruhigen Garten, zentrale Lage am Zülpicher Platz. Leider mit einem Haken: erst bezugsbereit ab Januar 2019. 

Für die beiden letzten Wintermonate in 2018 musste also eine Übergangslösung her. Die Ansprüche an Raum und Einrichtung waren hierbei deutlich geringer und wir wurden daher auch vergleichsweise schnell fündig. Nur eine Straße entfernt von unserem alten Büro wartete dann Ende Oktober schon das “Schnapshaus” am Friesenplatz auf uns - der erste Umzug stand bevor. 

Gemeinsam packten wir die Kisten im Clusterhaus zusammen. Eine Mischung aus Aufregung und Wehmut begleitete uns dabei. Zum einen war da die Lust auf etwas Neues, Unbekanntes, aber zum anderen natürlich auch das Abschiednehmen von vielen Erinnerungen. 

Tägliche Besuche in der Spielothek

Auf dem Weg zum ersten Arbeitstag im neuen Büro wich die Aufregung dann ziemlich schnell einem eher enttäuschendem Gefühl - uns ereilte nämlich direkt eine Hiobsbotschaft.

Es gab einen Rohrbruch im Haus, sodass alle Etagen kein fließendes Wasser hatten. Ergo: kein Anschluss für die Küche, kein Waschbecken, keine Toiletten. Wie lange dieser Zustand andauern sollte, konnte nicht genau vorhergesagt werden. Die ersten Tage pilgerten wir daher regelmäßig zu nahegelegenen Hotels, Restaurants oder der benachbarten Spielothek, um unseren Bedürfnissen nachzugehen. Im Laufe der Woche beschlich uns jedoch das Gefühl, dass sich am Rohrbruch nicht viel tat. Und dieser Eindruck sollte sich bestätigen: die nächsten sechs Wochen änderte sich an der Wasser-Situation nicht das geringste.

Dort waren wir also, in einem Büro, dass wir nur übergangsmäßig eingerichtet hatten, ohne fließend Wasser, einige Tage sogar ohne Heizung und aus irgendeinem Grund auch ohne Briefkasten. Dass plötzlich im Serverraum und der Küche Wasser aus dem Boden trat, überraschte uns schon fast gar nicht mehr - die Hiobsbotschaft hatte (gefühlt) eine selbsterfüllende Prophezeiung hervorgerufen. Die Hälfte des Teams war daher im Dauer-Home-Office, die andere hielt tapfer die Stellung vor Ort. Die Weihnachtstage und damit das Ende der Mietzeit in den Interims-Räumlichkeiten konnte für Viele nicht früh genug kommen. 

Neues Jahr, neues Glück, neues Büro

Zwischen Weihnachten und Neujahr war es dann so weit. Die Kisten schienen im Schnapshaus viel schneller gepackt zu werden, als zuvor. Pünktlich zum ersten Arbeitstag im neuen Jahr starteten wir dann 2019 in unserem neuen Büro am Zülpicher Platz! Man konnte die Anspannung der Kollegen förmlich abfallen spüren. Obwohl der allerletzte Schliff an Einrichtung und Gestaltung unseres neuen Arbeitsortes noch fehlt, waren wir hier von Tag 1 an zu Hause - zumindest mehr, als wir es jemals zuvor waren. 

Weiße Wände, Laminatboden, helle offene Räume. Eine große Dachterrasse (im ersten Stock) mit einladenden Gartenmöbeln, ein mehr als großzügiger Eingangsbereich und eine schöne, eingerichtete Küche. Neue Tische, Stühle und Schränke, Kaffeemaschinen und großer Grill. Neue Meetingräume, Konferenzstühle, hochwertige Technik. Die Liste der schönen Dinge scheint endlos weiterzugehen. Man merkt: wir haben es ziemlich gut getroffen.

Aufenthaltsraum und Blick aus dem Fenster unseres neuen Büros am Zülpicher Platz

Moral der Geschichte

Ob wir uns wohl auch so sehr über das neue Büro gefreut hätten, wenn wir die zwei Monate vorher nicht so verbracht hätten? Wir haben gelernt, unsere Arbeitsumgebung zu schätzen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und auf den Teamzusammenhalt zu vertrauen. Ohne unseren gegenseitigen Rückhalt, das gemeinsame Lachen über Absurditäten, das Vertrauen in uns als Team - ohne all das, wären die Umzüge und die zwei ereignisreichen Monate dazwischen nicht so “glatt” verlaufen. 
Rückblickend war der ganze Prozess ein Teamevent vom Feinsten: Wir haben alle zusammen Umzugskisten gepackt, gemeinsam den Abschied vom alten Büro gefeiert, die neuen Büros eingerichtet und gestaltet.

Endlich angekommen

Nun arbeiten wir in einer Umgebung, die uns, unserer Arbeit und unseren Erwartungen gerecht wird. Wir fühlen uns wohl an dem Ort, an dem wir 40 Stunden in der Woche verbringen - an dem wir frühstücken, zu Mittag essen, Kaffeetrinken, miteinander Geschichten teilen, Rocket League zocken, Hoverboard fahren und mit Emmie spielen - an dem wir konzentriert arbeiten, Teambesprechungen abhalten, Projekte vorantreiben und Kunden empfangen. 

Wir haben das Beste aus den Situationen gemacht und gewonnen - außerdem haben wir nun jede Menge Geschichten zu erzählen. Hoffentlich bleibt der nächste Umzug aber trotzdem erst mal in weiter Ferne!